Arbeit in sozialen Brennpunkten:

Die Berliner Bezirke Neukölln und Marzahn-Hellersdorf sind als Problemkieze für Kinder und Jugendliche seit längerer Zeit bekannt. Dabei ist Neukölln wegen seines extrem hohen Anteils an Migrationskindern auffällig; Marzahn-Hellersdorf gilt wegen seiner großen Zahl von Plattenbauten als anonym. Im März 2006 erlangte Neukölln bundesweite Aufmerksamkeit, als Lehrer der dortigen Rütli-Schule in einem Brandbrief an die Senatsverwaltung Berlin angeblich die Auflösung der Schule in dieser Zusammensetzung verlangten, weil sie der Gewalt durch Schüler nicht mehr standhalten konnten. Dies führte zu einer innenpolitischen Debatte über das Schulsystem in Deutschland, die Gewalt an Schulen und die Möglichkeiten einer besseren Integration von Kindern mit Migrationshintergrund.

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gGmbH unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, ihr Leben selbstbewusst, couragiert und in eigener Initiative zu gestalten. Sie schafft im Rahmen der von ihr veranstalteten Projekte und Programme die Voraussetzungen dafür, Herausforderungen, die aus Schule, Ausbildung und Beruf erwachsen, als Chance zu verstehen und nicht an ihnen zu scheitern.1

"MädchenStärken" ist ein gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Nike. Es motiviert Mädchen und junge Frauen, sich durch Sport öffentliche Räume zu erobern, die meist von Jungen "besetzt" sind. Dabei wirkt es gegen Benachteiligung und Passivität, stärkt das Selbstbewusstsein und macht Mut, mitzuspielen, mitzureden und selbst Initiative zu ergreifen.

Das Projekt der "B-Girlzz" stärkte die Breakdance-Mädchen-Szene in Berlin-Neukölln und verbesserte die Kooperation von Jungen und Mädchen. Eine begleitende Studie erforschte das Trainingsverhalten von Anfängerinnen und Fortgeschrittenen. Bei den Fortgeschrittenen wurde ferner untersucht, welche Anreize die Mädchen und Frauen zur Weiterentwicklung brauchen und wo sie Herausforderungen sehen.

Das Projekt "Unser Platz" in Berlin-Marzahn ermutigte Mädchen, sich auf einem großen Sportplatz ihren Raum zu nehmen. Bevor das Projekt begann, wurde der Platz zu 90 % von Jungen genutzt. Mit Trainingseinheiten u. a. in Akrobatik, Stelzenlaufen, Basketball, Inline-Skating, Selbstverteidigung und Mädchenfußball wurde dafür gesorgt, dass auch Mädchen auf dem Platz ihren Spaß hatten. Drei Jahre nach Projektbeginn sollen es nach dem Willen der Projektleiter zur Hälfte Mädchen sein, die zusammen mit den Jungen das Geschehen auf Rasen, Schotter und Feld selbst bestimmen. 2

Das Projekt "Platz da!" in Berlin-Heinersdorf wird getragen von der Bürgerinitiative Heinersdorf. In diesem Berliner Ortsteil wird ein maroder Bolzplatz saniert, um auch für Mädchen ein Sportangebot für Fußball, Kleinfeldhockey und Basketball darstellen zu können.

Die Kurt-Richter-Stiftung unterstützte das Projekt "MädchenStärken" in 2006, 2007 und 2009 jeweils mit einer finanziellen Zuwendung zur Finanzierung der Sozialarbeiter, Sportlehrer und Sportstätten.

1 vgl. Darstellung auf www.dkjs.de.
2 vgl. Darstellung auf www.maedchenstaerken.de.